Chemie in der Kosmetikbranche

Wer vermutet hinter einer pflegenden und straffenden Creme oder Bodylotion Erdöl oder krebserregende Stoffe, wenn die Creme morgens oder abends aufgetragen wird? Cremes, Bodylotion und Gesichtsseren beinhalten eine lange Liste von Inhaltsstoffen, deren Bedeutung sich einem Laien nicht immer erschließt. Aber was steckt hinter den Begriffen Chloracetamid oder Benzyl-Alkohol?

Die Inhaltsstoffe und ihre Funktionen in der Kosmetik

Die Kennzeichnung der Inhaltstoffe in den Kosmetikprodukten ist dem Verbraucher allgemein vertraut. Alle Inhaltsstoffe werden in absteigender Reihenfolge ihrer Konzentration im jeweiligen Kosmetikprodukt aufgelistet. Hierbei unterliegen die Bezeichnungen einzelner Inhaltsstoffe der international einheitlichen INCI-Nomenklatur. Dies soll dem Verbraucher Transparenz und Sicherheit geben, anhand von Ingrediens die Wirkung des jeweiligen Kosmetikproduktes einzuschätzen, unabhängig davon, in welchem Land das Produkt erworben wird. Die INCI-Nomenklatur für pflanzliche Inhaltsstoffe leitet sich aus dem lateinischen Begriff der jeweiligen Pflanze; Als Beispiel kann hier Citrus Aurantium Dulcis für Süßorange angeführt werden, gefolgt von Peel, aus dem englischen abgeleitet, für Schale, sowie die Art der Herstellung, wie beispielsweise Extrakt – Insgesamt also Citrus Aurantum Dulcis Peel Extrakt für ein Orangenschalenextrakt. Weiter kann zum Beispiel Chamomilla Recutita Flower Oil in deutscher Übersetzung aus dem lateinischen ein ätherisches Öl aus Kamillenblüten bedeuten. In nahezu jedem Kosmetikprodukt steckt eine breite Palette an chemischen Stoffen. Die einen sind für die notwendige Konsistenz und Wirkung notwendig. Die anderen entfalten krankmachende, allergieauslösende Wirkung. Duschgels und Shampoos müssen schäumen und dabei ihre pflegende Wirkung entfalten, Deos müssen vor Bildung schlechter Gerüche schützen und Bodylotionen müssen gut riechen und pflegen. Das hier ein Teil von chemischen Prozessen notwendig ist, kann nicht abgestritten werden. Weiter fordert der Markt nach immer reichhaltigeren, bunten, gut riechenden und intensiv pflegenden Kosmetikprodukten, die jedoch bei der Fülle an Inhaltsstoffen wenig kosten sollen.

Die wahren Basen

Die Folge: Die natürlichen und zumeist teuren Inhaltsstoffe natürlicher Herkunft werden in chemischen Labors nachgebildet, um die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten, und dem Verbraucher gewünschte Effekte zu ermöglichen. Somit werden Lippenpflegestifte auf Basis der Mineralöle hergestellt, als Ersatz für vergleichsweise kostenaufwendige pflanzliche Öle. Bei den meisten Deos, zur Hemmung von Schweiß- und Geruchsbildung, wird Aluminium eingesetzt. Dieser taucht unter der Bezeichnung Aluminium Chlorophydrate oder als Aluminium Stearate auf der INCO-Nomenklatur auf. Damit die Kosmetikprodukte möglichst lang haltbar bleiben, werden Cremes, Bodylotion oder Shampoos mit Konservierungsstoffen versetzt. Die Konservierungsstoffe sollen in erster Linie die Entwicklung und Vermehrung von Mikroorganismen in kosmetischen Produkten hemmen. Jedoch können manche von denen Allergien und Hautirritationen hervorrufen. Somit kann ein gegenteiliger Effekt des verwendeten Kosmetikproduktes erreicht werden: Die Haut kann altern, die Schutzbarriere der Haut kann gestört oder gar zerstört werden und es kann zur Allergiereaktionen auf der Haut in Form von Pickelchen, Rötungen und Juckreiz kommen. Die gebräuchlichsten Konservierungsstoffe verstecken sich zumeist hinter den Bezeichnungen, wie etwa Sodium Benzoate, Methylparaben, Butylene Glycol, Ethylparaben oder Isobutylparaben. Die krebserregenden Inhalts-und Konservierungsstoffe können hinter den Begriffen wie Imidazolidinyl-Harnstoff, Bronidox oder Diazolidinyl-Urea stecken.

Image: Amir Kaljikovic: Fotolia

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